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Reminiszenzen aus der Gründungszeit des Skiklubs
Im Herbst 1962 wurde der Skiklub Alpina Männedorf/Stäfa gegründet. Vor wenigen Wochen haben wir in Elm den dreissigsten Geburtstag unseres Klubs gefeiert. Was im Vorfeld der Gründung geschah und wie der Klub das erste Vereinsjahr überstand, ist sicher den wenigsten Mitliedern bekannt. Vieles aus der „Pionierzeit“ ist vergessen gegangen, Akten schlummern irgendwo auf einem Estrich oder fanden den Weg in die Altpapiersammlung der Pfadi. Geblieben sind Erinnerungen an fröhliche Feste auf der Untersäss ob Vilters und an harte „Knochenarbeit“ beim Holzrüsten. Ich habe deshalb meine „geistige Mottenkiste“ reaktiviert und versuche die Geschehnisse von 30 Jahren zu Papier zu bringen und in loser Folge der Redaktion der Zeitschrift „Skihas“ zukommenzulassen.
30 Jahre ist's her..........
Im Blueschtmonat Eintausendneunhundertzweiundsechzig Jahre (Mal 1962) nach Christi Geburt entschloss sich der in bürgerlichen Ehren stehende Männedörfler Bert Trudel, dannzumalig wohnhaft in Feldmeilen, am Obern Zürichsee einen Verein zu gründen, welcher sich vornehmlich zum Ziele haben sollte, die Gesunderha1tung seiner Mitglieder durch die Ausübung von Skilaufen obsi und auch nidsi zu fördern. Vornehmlich sollte sich dieser Verein aus Leuten rekrutieren, die in den Gemeinden Männedorf und Stäfa ihre Schlafstätten installiert haben.
Der obige Mann schrieb am 18. Mai 1962 einen Brief, welcher dannzumalig noch mit 20 Rappen zu frankieren war, an die Adresse des Regionalpräsidenten vom Zürcher Skiverband Dr. Biedermann, genannt Bidi. Er tat diesem Manne kund, dass er die Absicht hege einen Skiklub zu gründen und ob unter Umständen auch von anderer Seite eine solche Absicht bestehe.
Am 21. Mai 1962 traf dann postwendend die Antwort von Bidi ein, dass man im Regionalverband ein solches Abenteuer befürworte und dass ein gewisser Hans Graf, seines Zeichens Studio der Rechte und wohnhaft in Stäfa, an ähnlichen Plänen brüte.
Trudel entschied sich sogleich mit Graf zusammen dieses Unterfangen speditiv in die Wege zu leiten. Graf war zu diesem Zeitpunkt Absolvent der Unteroffiziersschule in Luzern (Füselsparte) und konnte erst noch Erledigung dieser, damals noch angesehenen militärischen Pflicht mit Trudel zu einem Schwatz am runden Tisch zusammenkommen. Mitte Juni 62 war dies dann soweit. Als die Beiden dann bei der Besprechung gar feststellten, dass sie miteinander indirekt verwandt waren, war der zweite Schritt zu gemeinsamen Klubgründung auch schon getan.
Zur gleichen Zeit absolvierte ein sehr guter Skifahrer aus dem St. Galler Oberland seine Lehr-, Wander- und Ehejahre am Sonnenufer des Zürichsees. Der Umstand, dass am See der Gehalt des Weines bisweilen auf 96 Oechsle zu steigen beliebt und demnach als äusserst süffig bezeichnet werden darf, hat eben schon manch Berglerherz bewogen seinen Schriftenempfangschein noch dem Sonnenufer zu dislozieren. Nachdem der Männedörfler Trudel seit zarter Kindheit schon unzählige harte Schweizerfranken bei ebenso unzähligen Skilehrern zur vergeblichen Erlernung des klassischen Stemmbogens investierte, gelang es besagtem Melser Skigenius dem bereits angegrauten, beinahe kahlköpfigen Seebuben besagte Art des Ränkemachens im Schnee beizubringen. Der Name dieses Skipädogogen hiess Anton Wildhaber. Aus Freude am Skisport und noch grösserer Freude an harter, undankbarer Arbeit entschloss sich Wildhaber für das grosse Werk ebenfalls sein Jawort zu geben.
Ganz oben am Stäfner Berg, dort wo Fuchs und Hase einander gute Nacht sagen, hauste im Adlerhorst ein Mann namens Hermann Keller. Da Trudel aus früheren Jahren - als man noch zu Fuss ging und Skiliftfahren eine mit Lebensgefahr verbundene Angelegenheit war - Keller kannte und sich ersterer mit der Regelmässigkeit einer Uhr zur Erdbeerzeit dort einzufinden beliebt, kam das Skifahren sowieso einmal zur Sprache. Es mag wohl zwischen der vierten und fünften Schüssel Erdbeeren gewesen sein, als Trudel eine Essenspause einschaltete und den Hermann zur Mitarbeit im neuen Klub überschwatzte.
Am 16. Juli 1962 bildete das obige Quartett ein Gründungskomitee und hielten erstmals gemeinsamen Rat. Noch kurzer Sitzung entschloss man sich, angesichts der Tatsache, dass mit dem Skifahren wegen der Sommerhitze vorläufig nichts zu machen wäre und dass eineswegs die halbe Bevölkerung der Schweiz in Rimini oder Alassio an der prallen Sonne liege, es tunlich wäre, wenn man erst kurz vor dem Laubfall wieder zusammensässe.
Als dann am 27. September 1962 das Quartett zu seiner zweiten Tagsatzung zusammenkam, stellte das Quartett fest, dass aus dem Quartett ein Sextett geworden sei. Denn am runden Tisch sassen auch noch Kurt Caderas und Hans Schwarz, genannt John Bläck. Letzter wohlweislich nur zur Mitarbeit angefragt wegen seiner ausserordentlich scharf denkenden Persönlichkeit und gar nicht etwa wegen dessen Eigenart, die Tätigkeit des menschlichen 'Wesens aus dem Blickwinkel eines Mäuschens zu schildern.
Wohl historischen Charakter trägt die 3. Sitzung, die im Weinmonat stattfand - zu einer Zeit nämlich, wo der Sauser schon im Stande ist, Geist und Sinne kraftvoll zu schwächen. Dieser Grund mag vielleicht das Gründungskomitee bewogen haben, diesmal nicht im Wirtshaus, wo besagte Flüssigkeit allzureich vorhanden ist, zu tagen. sondern anderswo ganz privat zu sitzen. Es war der 30. Oktober, wo man sich dannzumalen zur wohl wichtigsten Sitzung einfand und bei Hermann Keller um den grossen Tisch zu Rate setzte. Die Statuten wurden durchberaten und dann anschliessend kamen Schweizerkarte, Knaur’s Tierlexikon, Opernführer, Homer's Odyssee usw. auf den Tisch. Aus der reichen Fülle schöner Namen fand dann das Wort „ALPINA“ die grosse Ehre dem neuen Klub als Namen zu dienen. Der Berichterstatter möchte hier einflechten, dass weder das Eidgenössische Beizenverzeichnis noch die Nationale Statistik der Freimaurer-Logen uns auf den Namen Alpina lupften.
Zur gewohnt späten Stunde, - als dies und jenseits des Sees die Strassenlampen längst schon kalt waren -, als jeder der Sechs sein Notizbuch mit Aufgaben, Pflichten, Daten und so weiter vollgeschrieben hatten, wurde in einer feierlichen Schweigeminute der Zukunft des künftigen Klubs gedacht.
Damit war der Grundstein gelegt und der Klub gegründet. Jetzt fehlten nur noch die „Andern“, d.h. Mitglieder.
Der Klub war also „inoffiziell“ gegründet. Jetzt galt es das Ganze zu aktivieren und die „Andern“, d.h. die eigentlichen Mitglieder zu finden. Es wurde dabei wie folgt vorgegangen:
Am 4. November 1962 war es Toni Wildhaber noch langen, zähen Verhandlungen gelungen, von der Ortsgemeinde Vilters (Pizolgegend) eine Alphütte für den Skiklub zu mieten, welche von nun ab während der Wintersaison als Skihütte benutzt werden soll.
Am 5. November traten wir erstmals an die Öffentlichkeit mit der Durchführung eines Skiturnkurses in Männedorf. 42 Teilnehmer fanden in der „alten Blatten-Turnhalle“ gerade knapp Platz.
Am 7. November erschien ein längerer Bericht in der Zürichseezeitung über die kommende Klubgründung im oberen Bezirksteil. Dieser Bericht wurde in der Nachbarschaft gar nicht „goutiert“, sodass der damalige Verbandspräsident Dr. Ernst Biedermann intervenierte und den „nachbarlichen“ Vereinspräsidenten „in den Senkel“ stellte und diesen anwies, seine Kernworte ja an die betreffenden Vorstandskollegen weiterzuleiten.
Am 10. November erfolgte ein Augenschein der Skihütte auf der Alp Untersäss ob Vilters durch unser Gründungskomitee und gleichzeitig begannen die ersten Fronarbeiten. Die Hütte musste zu allererst einer Generalreinigung unterzogen werden. es war Holz für den kommenden Winter zu spalten und im benachbarten Kuhstall zimmerten wir direkt über dem Güllentrog einen *Lokus“. Diese Einrichtung zur Entsorgung verdauten Speisen durfte doch nicht fehlen !!
Am 16. November fand die vierte und abschliessende Sitzung des Gründungskomitees, welches inzwischen die Funktion eines interimistischen Vorstandes angenommen hatte, statt. Beschlossen wurde u.a. die Anschaffung von 20 Wolldecken für die Hütte, welche noch vor dem Winteranfang auf die Untersäss transportiert werden sollten.
Am 20. November fand im Restaurant Bahnhof-Post als Werbeveranstaltung ein öffentlicher Filmabend statt. Der ehemalige Schweizermeister im Skispringen Andreas Däscher zeigte seinen Film von den Olympischen Winterspielen 1960 in Squaw Valley.
Am 30. November kam der historische Tag der 1. Generalversammlung des Skiklubs. An diesem Datum zählte der neue Klub bereits 31 Mitglieder, wovon sich 21 zur Versammlung im Hotel Wildenmann einfanden. Die Präsenzliste folgt auf der ' nächsten Seite. Der erste Klubvorstand wurde in folgender Besetzung gewählt:
| Präsident: |
Bert Trudel |
| Vizepräsident: |
Hans Graf |
| Techn. Leiter: |
Toni Wildhaber |
| Beisitzer: |
Hans Schwarz |
| Kassier/Aktuar: |
Hermi Keller |
| Tourenleiter: |
Kurt Caderas |
| Revisoren: |
Roland Steiner und Fritz Knecht |
Laut Protokoll der Gründungsversammlung - Hans Graf amtete als Tagespräsident - wurden die vorbereiteten Statuten noch kurzer Diskussion genehmigt. Die Jahresbeiträge wie folgt festgesetzt: Senioren A Fr. 15.-, Senioren B Fr. 10.- Junioren Fr. 8.-.
Gemäss Budgetentwurf rechnete man für das erste Klubjahr mit Einnahmen von Fr. 620.- und Ausgaben von Fr. l'020.-. Das Defizit von Fr. 400.- sollte durch spezielle Aktionen gedeckt werden. Allenfalls hätte der Präsident für die „Minusdifferenz“ geradezustehen!
Inzwischen versuchte ein Jeep vergeblich, mit unsern Wolldecken beladen, auf die Untersäss zu gelangen. Doch das altersschwache Getriebe versagte seinen Dienst und das Material musste auf dem Vilterserberg deponiert werden, um dann einige Tage später mit einem Ersatzfahrzeug auf die Untersäss transportiert zu werden. Doch vorher brach der Winter mit ungestümer Kraft ein. (Der Seegfrörni-Winter hielt Einzug !) An einen Transport mit Motorfahrzeugen war nun nicht mehr zu denken. Mit einem beispiellosen Einsatz wurde darauf von unsern Mitgliedern das Hüttenmaterial (Pfannen, Geschirr. Wolldocken, Petrolfunzeln, Petrol) nach Weihnachten zur Hütte gebuckelt. Wohl als bestes Beispiel für den Kameradschaftsgeist im neuen Klub darf der Transport des schweren Holztisches auf einem „Horenschlitten“ in der Nacht auf den 31. Dezember 1962 angeführt werden. Als der Tisch schlussendlich kurz vor Mitternacht sein Ziel erreichte -die letzten Meter vor der Hütte wurden unter Anfeuerungsrufen von weiblichen Mitgliedern begleitet - war es soweit, dass die Serie der unvergesslichen Weekends auf der Untersäss beginnen konnte. Manch froher Rundgesang erscholl in der heimeligen Hüttenstube und manch kleine Maus mag erschreckt vom kräftigen Gesang den Weg vom warmen Heu ins kalte Dependance gesucht haben.
Die erste Saison verzeichnete 107 Übernachtungen. Grosszügige Spenden aus dem Mitgliederkreis und auch von andern Gönnern gaben uns die Möglichkeit, die Hütte bereits schon im ersten Winter mit dem notwendigen Material auszustatten.
Einen ganz unerwarteten Erfolg ergaben auch die öffentlichen Sonntags-Skikurse, die am 6. und 13. Januar 1963 zur Durchführung gelangten. Rechnete der Vorstand ziemlich optimistisch mit einer Zahl von 70 Kursteilnehmern, so gingen in der Folge 131 Anmeldungen ein. Am Samstag, 19. Januar beteiligten sich 84 Kinder an einem Kinder-Skikurs im Mühlehölzli ob Stäfa! In der Folge erlebte das Kurswesen einen nie erwarteten Aufschwung. Im Jahre 1967 zählten wir 386 Teilnehmer und es standen 40 Klassenlehrer im Einsatz. Die Teilnehmerzahl im öffentlichen Konditionstraining (Männedorf und Stäfa/Uerikon) stieg auf 225 Personen.
Mitte Januar 1963 brach dann die eigentliche Kältewelle in den Kontinent ein. Die Beteiligung an den Skitouren (Tanzboden, Käserruck, Stöcklichrüz, Tisch, Rinderweidhorn liess deshalb zu wünschen übrig. In der Zeit von Ende November bis Mitte März lag in unserer Gegend (Mühlehölzli, Türli) praktisch ununterbrochen Schnee. Wie zu Grossmutters Zeiten :
Erfreulich war die Beteiligung an unserm ersten Klubrennen auf der Untersäss. 21 Mitglieder stellten sich dem Starter. Meisterin bei den Damen wurde Vreni Schneider (aus Neuhausen!) und bei den Herren holte sich erwartungsgemäss Toni Wildhaber den Meistertitel.
Als zweckmässiges Informationsmittel zwischen Vorstand und den Mitgliedern entstand bereits damals der „SKIHAS“. Allerdings nur auf einem Sprit-Umdrucker hergestellt!
Wenn ich mich an die Zeit vor ungefähr 30 Jahren erinnere, kommen mir immer wieder Begebenheiten im Zusammenhang mit der von uns auf der Untersäss gemieteten Alphütte in den Sinn. Damals existierte weder die Walensee-Autobahn noch die durch den Schlager „Qualensee“ berühmt gewordene Kantonsstrasse entlang dem See. Wollte man ins Pizolgebiet musste der Kerenzerberg bezwungen werden. An einem Klub-Skiweekend war ich als Mitfahrer auf dem Rücksitz in einem Döschwo plaziert. Kurz noch Walenstadt hatte ich ein komisches Gefühl, es hotterte hinten wie auf einer Schotterstrasse. Dass die Kantonsstrasse arg strapaziert war und eine ruhige Fahrt nicht erwartet werden konnte, leuchtete auch mir ein. Als wir am Ziel in Vilters ausstiegen, um den Aufstieg zur Hütte in Angriff zu nehmen, bemerkten wir, dass wir viele Kilometer mit einem platten Hinterreifen hinter uns gebracht hatten und der zweite Hinterreifen sah gar nicht gut aus. - Der jeweilige Aufstieg zur Untersäss war immer mit einem Zwischenhalt im „Rheinblick“ verbunden, wo der Hüttenschlüssel deponiert war. Der besagte Rheinblick war eine Beiz, die nicht gerade appetitlich wirkte, der Kaffee Träsch machte jedoch einen guten Eindruck. - Zum Winterprogramm gehörte damals ein spezielles Weekend zur Einführung der Neumitglieder in die Gebräuche des jungen Skiklubs. Diese Aufgabe oblag dem „Vize“. Dass er extra das grosse Käsechessi für ein warmes Bad aufheizte um die vom Aufstieg müden Knochen zu lockern war zu verstehen. Jedoch nach seinem „Erstlings-Weekend“ war die Hütte total verrusst und die „Klubhamburger“ klagten im nachhinein über brennende Augen. Beim Einheizen der Hütte hatte unser Vize vergessen, dass beim Kamin die Lüftungsklappe zu öffnen war. - An einem Montagmorgen erhielt ich ein Telefon von einem aufgeregten Vorstandsvater. Sein Sohn wäre von einem „Einzelgängerweekend“ auf der Untersäss nicht zurückgekommen und er ahne Schlimmes. Da in den Alpen sehr viel Neuschnee gefallen war und die Tiefschneeabfahrt von Pardiel zur Hütte kein Schleck sein konnte, planten wir eine Suchaktion. Am dringlichsten schien ein erste Verbindungsaufnahme mit dem Rheinblick-Wirt, welcher am schnellsten am „Ort“ wäre, doch der Mann war von Toni's Idee gar nicht begeistert. Einige Stunden später erhielt ich vom Vorstandsvater zur Erleichterung den Bescheid, der verlorene Sohn habe sich am Draht gemeldet. Auch der Wirt vom Rheinblick meldete am späteren Nachmittag und sagte, er habe die Spuren „zweier Skifahrer“ von der Hütte Untersäss ins Tal entdeckt! - In der herrlich aufgeheizten Hüttenstube - dank dem Specksteinofen - herrschte jeweils eine gehobene Stimmung. Nicht nur der erwähnte Rundgesang, wo Ramseiers grasen gingen, das Zigeunerleben lustig war, die Bauern von St. Pölten ausgiebig zechten, die Schrunser im Montafon hin und her fuhren, in einem Polenstädtchen ein Mädchen wohnte und ich Hoch auf dem gelben Wagen beim Kutscher hockte, trugen zur Stimmung bei. Das Föifliberspiel gehörte ebenfalls zur Runde und das „Pfandauslösen“ war der abschliessende Höhepunkt des Abends, bevor man sich erschöpft auf den Heuboden verkroch um den Schlaf der Gerechten anzutreten. - Mit der Austragung des „Alpina-Cups“, ein Mannschaftsriesenslalom, führten wir auf der Untersäss auch eine Rennveranstaltung durch. Trotz Aufstieg per „Fell“ verzeichneten wir rund 80 Teilnehmer.
Damals dachte man in Vilters an den Bau einer Sesselbahn ins Gebiet der Untersäss und Obersäss, denn das Gelände hätte sich hierzu vortrefflich geeignet. Da die Realisierung der Walensee-Autobahn im Gange war und unser Kassier Hermi sehr, sehr sparsam mit den Klubfinanzen umging, überlegten wir uns, ob wir auf dem Vilterserberg eine Landparzelle posten sollen. Einen geeigneten Platz mit einem herrlichen Blick ins Rheintal hatten wir bald gefunden. Leider zerschlug sich das Bahnprojekt, teils wegen der befürchteten Konkurrenzierung der benachbarten Anlagen von Wangs und Ragaz, wie auch wegen der behördlichen Uneinigkeit. Als die Schneemassen auf der Untersäss ins Rutschen kamen bei der Schneeschmelze, riss es den Viehhag um. Für den Schaden sandten die Alpbesitzer dem Skiklub eine Rechnung, da wir ja beim Klubrennen - über den zugedeckten Zaun fuhren und dieser dadurch kaputtging. Da zudem verschiedene Versprechungen der zuständigen Leute nicht erfüllt wurden, bliesen wir zum „Rückzug“. Die Begeisterung für eine Weiterverfolgung des Landkaufes war im Eimer.
Wenn ich mich an die „Ahnenzeit“ erinnere, bestand unsere Klubtätigkeit nicht allein aus der Durchführung von Hüttenanlässen auf der Untersäss. Das Jahresprogramm strotzte von Aktivitäten.
Es ist der 8. August 1996. Ich sitze auf dem Balkon in der herrlichen Bergsonne. In der Nähe errichten Bauarbeiter die Bergstation der neuen Kabinenbahn. Vor mir liegen die Jahrgänge 4 und 5 des „Skihas“ aus den Jahren 1965 - 67, wie auch der Jahresbericht 1965/66.
Es ist ein denkwürdiger Zeitabschnitt für unsern Klub. Dieser Idealismus : Imposant der Wachstum des Klubs - angefangen bei Null im Sommer 1962. Bereits 4 Jahre später wiesen wir einen Mitgliederbestand von 144 auf. Allein in der vergangenen Saison war ein Zuwachs von 29 Aktiven zu verzeichnen. Ganz gewaltig war die Aktivität damals im Kurswesen nahmen doch 337 Skifahrer teil. Ergänzend sei noch erwähnt, dass man am Kurstag am Morgen bei strömenden Regen losfuhr und bei Ankunft in Unteriberg (Kursort) bei Sonnenschein den ganzen Tag unterrichten konnte. An der Abschlusstour der Kurse mit Ziel Tanzboden ob Ebnat-Kappel zählten wir gegen 100 Teilnehmer. Auch im Skiturnen waren die Teilnehmerzahlen entsprechend hoch. (Männedorf 103, Stäfa 67). Nicht umsonst schloss die Jahresrechnung mit einem Plus von Fr. 2'663.95.
Am 6. Februar 1966 gelangte der Alpina-Cup in Filzbach mit 25 Mannschaften und 98 Teilnehmern zur Austragung. Bei den letztmals auf der Untersäss ob Vilters am 20. März 1966 ausgetragenen
Klubmeisterschaften (Ein Film darüber ist noch vorhanden) massen sich 14 Damen und 29 Herren. Eine beachtliche Zahl im Vergleich zu heute. Damals stieg man noch per Fell auf und die Piste musste zuerst „per Fuss“ präpariert werden. Die Wintersaison klang mit einer Skichilbi samt Preisverteilung vom Klubrennen am 23. April 1966 im „Wildenmann“ aus. Die Saaldekoration und Gestaltung des Anlasses besorgten die Junioren. Zum Tanz spielte das „Echo vom Pfannenstiel, bzw. Piz Sol“ und „The Sundowners“ auf. Bei den letzteren handelte es sich um eine Nachahmung der Pilzköpfe (The Beatles) seitens der Nachwuchsfahrer aus unserm Klub.
Unzählige Kartengrüsse erhielt jeweils der Skihas-Redaktor. So lese ich auf einer aus Flims stammenden Ansichtskarte folgendes:
„Bitte Dich sofort eine Suchmannschaft aufzubieten um die restlichen Teile des rechten Ohres von Willi Stehli zu suchen. Mutmassliche Koordinate ist nicht eruirbar.“! Unterschrieben haben. Toni Wildhaber, Werner Keller und der ehemalige Besitzer des leider unauffindbaren Ohrteiles. Wahrscheinlich ist ein Fuchs zu einer leckeren Mahlzeit gekommen
Im Skihas vom 5. Dezember 1966 lese ich folgendes; Vor wenigen Monaten haben wir mit der Gemeinde Filzbach einen Mietvertrag für eine umgebaute Alphütte auf der Habergschwänd 1280 M.ü.M. abgeschlossen. In einigen Tagen werden wir dort die Fahne erstmals hissen und die Hütte mit einem fröhlichen Fest einweihen. Unsere neue Hütte verfügt über eine sehr komfortable Einrichtung. Zwei Matratzenlager für 6 und 24 Personen, sogar vier Steckdosen für Rasierapparate und ein richtiges WC in der Hütte sind vorhanden. - Ein recht grosser Unterschied zur bisherigen Hütte ob Vilters, wo sich der Abort nebenan in einem Stall über einem Güllentrog befand und ein Emballagesack als Abschluss diente
Anstatt zu Fell obsi zu steigen, führt eine Sesselbahn direkt vor die Hütte auf der „Haberi“ und zwei Skilifte sind daneben.
Welch ein Komfort! Nun verfügten wir - während kurzer Zeit allerdings - über 2 Skihütten. Mit der Miete der neuen Hütte begann ein neuer Zeitabschnitt im Hüttenleben. Wir wurden verwöhnter durch den Komfort
Ein schneereicher Winter. Als ich am Gründonnerstag 1967 in die obige Hütte wollte, lagen 170 cm Schnee vor der Türe. Mit einer im nahen Berggasthaus ausgeborgter Schaufel grub ich mich vom Dachfirst her abwärts bis die Türe freigelegt war. Auch spätere Winter waren schneereich, so riss sich in einer Sonntagnacht eine Staublawine vom Bortegg los und drückte die obere Mauer ein und deckte die Schlafräume komplett zu. Am betreffenden Wochenende war die Hütte noch voll belegt gewesen. Eine Nacht früher hätte die Lawine nicht nur materiellen Schaden gebracht Auch wenn darauf ein Lawinenschutz erstellt wurde, gab uns das Ereignis doch zu denken und wir befassten uns mit einer „Dislokation“. Dieser Gedanke wurde noch verstärkt durch den Umstand, dass wir jeweils im Frühjahr die Hütte für den Alphirten zu räumen hatten und erst im Spätherbst wieder einräumen konnten.
Zur Vorbereitung auf das Klubjahr 1966/67 trafen sich Vorstands-/ Tekomitglieder, sowie einige freie Mitarbeiter zu einem Kaderweekend auf der Habergschwänd. Das damalige „Aufgebot“ an die „Betroffenen“ enthielt die folgenden erwähnenswerten Zeilen:
„An dieser Arbeitstagung, welche in erster Linie der Ausarbeitung von Richtlinien für das kommende Winterprogramm dient, soll auch eine gewisse körperliche Leistung vollbracht werden“ !!!
Das es nicht bei solch leeren Worten blieb, beweisen dies Photos im Band 1 der Klubgeschichte in Bildern, welcher im Klubhaus in Elm aufliegt.
Trotz ausgiebigen Festen mit spätnächtlichen Rundgesängen und Föifliberspiel - sehr zum Ärger der feissen Hüttenmäuse - und morgendlich müden Köpfen auf der Habergschwänd, genannt
„Haberi“ kam doch immer wieder der Gedanke in uns auf,
etwas „Eigenes zu posten“. Der Skihas-Redaktor schrieb schon
in der April Ausgabe 1972, dass der Vorstand an einer ausserordentlichen Sitzung beschlossen hatte, in Airolo einen Rustico zum Ausbau zu erwerben. Im Nachhinein erwies sich diese Meldung
als eine Zeitungsente, denn besagte Sitzung vom 1. April hatte gar nie stattgefunden!
Neidisch wanderten unsere Blicke an unsern Aufenthalten auf der Haberi jeweils auf das gegenüberliegende Amden, wo die Sonne lachte, während unsere Zähne auf der Schattenseite hörbar klapperten. Auslöser, aktiv zu werden, gab ein Gespräch am 18. Oktober 1975 mit dem damaligen Filzbacher Gemeindeboss, wonach die Hütte künftig im Sommer nicht nur als Schlafstelle vom Senn benützt würde, sondern auch zur Herstellung und Lagerung eines würzigen Glarner Alpzigers. Ebenso sollte auch ein Schwein im Vorraum seinen Lebensabend vor der herbstlichen Hinrichtung verbringen. Eine Erhöhung des Mietzinses sei deshalb angesichts dieses Leistungsausbaues sicher angebracht. Doch eine Beteiligung am Verspeisen des Borstenviehes in Form von Blut- und Leberwürsten, Rippli mit Sauerkraut offerierte man zu unserm Leidwesen leider nicht !
Dank den profitablen Klubanlässen, wie Ski- und Turnkursen, Skibörse, Alpina-Riesenslalom, Herbstfesten und vor allem mit der ausserordentlichen Sparfreudigkeit der damaligen Klubsäckelmeister hatte sich ein respektabler Batzen auf den Sparheften angehäuft. Auf Grund dieser erfreulichen Tatsache, aber auch auf den Frust vor der künftigen Duftwolke in der Haberihütte, beschloss der Vorstand an seiner Sitzung vom 10. November 1975 im Restaurant Frohberg eine Kommission einzusetzen, welche nach etwas „Neuem“ Ausschau halten sollte, wobei Ruedi Oetiker mit dem Vorsitz betraut wurde. Das Anforderungsprofil für das zu findende Objekt war wie folgt:
- Gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln
- Höhenlage oberhalb 1200 m ü.M.
- Mechanische Aufstiegshilfen
- Infrastruktur wie Wasser, Elektrisch, Telefon
- Besonnung
- Attraktivität Winter und Sommer
Auf Grund dieser Kriterien war die Suche noch einem entsprechenden Objekt (Bauland oder Hütte zum Ausbau) gegeben und die Konzentration auf Skigebiete Zentral- oder Ostschweiz beschränkt.
Unerwartet rasch wurde man fündig. Ein zufälliges Gespräch von einem Klubmitglied mit einem Einheimischen aus Elm und ein fast gleichzeitig erschienenes Inserat im Tagesanzeiger wies auf eine zu verkaufende Skihütte ob Elm hin, wo kurz zuvor die Sesselbahn samt einem Skilift eingeweiht wurden. Interessenten waren zu einer Besichtigung eingeladen. Nähere Abklärungen ergaben, dass besagte Skihütte vom Skiklub Elm zum Abbruch und Wiederaufbau an einem andern Standort zu verkaufen war, stehe diese zu Nahe am Skilifttrasse und der Verbindungspiste.
Der Skiklub Elm hatte bereits ein neues Skihaus in der Nähe erstellt und wollte die bisherige Hütte loshaben.
Im Laufe der Vorstandssitzung vom 4. Juni 1976 brachte ein Mitglied den bevorstehenden Verkauf zur Diskussion und erwähnte, dass am folgenden Samstag eine öffentliche Besichtigung in Elm stattfände. Man reagierte blitzartig im Vorstand und so machte sich denn eine „ad-hoc“ gebildete Verhandlungsgruppe unter Beizug eines Fachmannes (Werner Keller, Architekt) am Samstagmorgen auf den Weg nach Elm, allwo sich auch noch weitere Interessenten zur Besichtigung einfanden. Hans Rhyner, damaliger Präsi des SC Elm, orientierte über die Verkaufsmodalitäten, wonach nur Organisationen (Klubs und Vereine) jedoch keine „Privaten“ als Käufer in Frage kamen und sie dem „Höchstbietenden“ das Objekt abgeben würden. Nach eingehender Besichtigung der Hütte war es uns rasch klar, dass diese für unsere Bedürfnisse eine Schuhnummer zu klein wäre. Werner Keller rechnete rasch aus, dass Abbruch, Versetzung, Fundament, Aufbau, gemessen an der Zahl der Schlafplätze (ca. 32) doch recht teuer zu stehen käme. Als der Präsident der Sportbahnen Elm (Kaspar Rhyner) beiläufig verlauten liess, dass sie ihrerseits noch 2 - 3 Bauplätze zu einem günstigen Preis abzugeben hätten, machte es in unsern Köpfen „klick“. Wir hielten eine Option für das Kaufangebot der Hütte offen, weil unser Vorstand zu informieren war und dieser schließlich entscheiden musste. Der Entscheid war schnell getroffen; Verzicht auf die Option Hütte jedoch Landkauf in die Wege leiten.
An der 15. Generalversammlung des Klubs vom 25. Juni 1976 stellte der Vorstand den Antrag zur Bildung einer Hüttenkommission unter dem Vorsitz von Heiri Spreiter mit dem klar definierten Auftrag, Pläne für ein abstimmungsreifes Projekt samt Finanzierungsplan auszuarbeiten. Frist bis zur Herbstversammlung 1976. Landerwerb wäre bis zur Projektgenehmigung hinauszuschieben.
Die Zeit drängte, zudem steckten wir mitten in den Vorbereitungen für das Stäfner Herbstfest. Ebenso engagierte sich der Klub gleichzeitig an der Organisation der Dorfolympiade Männedorf mit der Durchführung des Waldlaufes, an welchem 177 Startende „zu betreuen“ waren.
Hier nun das Wesentliche über die Planungsphase (zusammengestellt aus vorhandenen Protokollen):
| 28.8.76 |
Besprechung in Elm. Anwesend vom Skiklub waren W. Keller und R. Wachsmuth. Allgemeine Orientierung durch Verwaltungsrat und Betriebsleitung Sportbahnen über Landkauf, Vorschriften, Erschliessung. |
| 9.9.76 |
Vorstand fasst Beschluss über Besichtigung künftiger Bauplatz |
| 9.76 |
Einreichung Baugesuch an Gemeinde Elm zur Weiterleitung an Baudirektion Kt. Glarus |
| 17.10.76 |
Besichtigung Parzelle durch Vorstand |
| 18.10.76 |
Projektgenehmigung Skihaus durch Vorstand |
| 18.10.76 |
Baubewilligung Gemeinde Elm erteilt |
| 23.10.76 |
Publikation Baugespann im Amtsblatt Kt. Glarus |
Somit war der Weg frei zur Unterbreitung des Gesamtprojektes an einer ausserordentlichen Generalversammlung.
Ein besonderer Markstein in der nun 35 jährigen Geschichte bildete die ausserordentliche Generalversammlung vom 21.11.1976 in der Aula Obstgarten Stäfa. Haupttraktandum der von 95 Mitgliedern und 5 Gästen besuchten Versammlung war die Genehmigung des von der Hüttenkommission ausgearbeiteten Bauprojektes für ein Skihaus. Sämtliche Mitglieder erhielten mit der Einladung eine von Architekt Werner Keller ausgearbeitete Dokumentation mit Situationsplan, Baubeschrieb, Finanzierung und künftig anfallenden jährlichen Betriebskosten. Klubpräsident Lothor Scholl, Kommissionsvorsitzender Heiri Spreiter und Architekt Keller konnten in der Rege benützten Diskussion alle Bedenken über das einzugehende Risiko eines Hausbaues ausräumen, sodass kurz vor Mitternacht zur Abstimmung geschritten werden konnte.
Mit 84 Ja gegen 1 Nein !! und 10 Enthaltungen fand das Projekt die Zustimmung der Versammlung.
73 Mitglieder verpflichteten sich 4000 Frondienststunden zu leisten und 50 Mitglieder zeichneten gleichzeitig 310 Anteilscheine zu je Fr. 100.-. Dies zur grossen Überraschung der Hüttenkommission hatte sie nur mit 200 Anteilscheinen budgetiert. Anderseits erwartete sie doppelt so viele Frondienststunden. - Nun, hier sei vorweg genommen; noch Bauvollendung waren es dann 8228 Frondienststunden, geleistet von 112 Mitgliedern !!!!
Noch waren wir Mieter in Filzbach-Habergschwänd und das Winterprogramm 1976/77 „lief“. Neben den üblichen Winteranlässen hatten wir zusätzlich den ZSV-Tourenfahrertag auf dem „Gulmen“ und das JO-Rennen um den „Streule-Cup“ am 1. Mai auf der Schwägalp zu organisieren.
Am 2.12.1976 erschien ein ausführlicher Bericht über unser Vorhaben in der Zürichseezeitung. Am 10.1.1977 stellten die Sportbahnen Elm AG den Vorvertrag zum Kaufvertrag der Bauparzelle (300m2 b Fr. 40.-) zu zur Unterzeichnung. Unsererseits erfolgte die Vertragsgenehmigung an der a. o. Generalversammlung vom. 4.2.77 unter gleichzeitiger Gründung des Verein Skihaus SC Alpina.
Nun liefen die Vorarbeiten auf Hochtouren, denn man hoffte sehr, die Bauarbeiten noch vor Mitte April 1977 aufnehmen zu können. Doch die Schneeschmelze liess auf sich warten. An 16. Mai stand das Bauprofil abnahmebereit und mit rund sechswöchiger Verspätung erfolgte am 21. Mai 1977 der erste Spatenstich, d.h. die Grundsteinlegung. 14 Klubmitglieder standen dabei im tiefen Morast (Stiefel waren ein begehrtes und notwendiges Objekt) und feierten mit einem Glas Rebensaft den Baubeginn.
Von nun an wurde jeden Samstag mit Grosseinsatz gearbeitet. Manchmal waren bis zu 30 Frondienstler /auch - innen auf der Baustelle. Wir hatten das grosse Glück, dass die meisten handwerklichen Berufe im Klub vertreten waren. Zudem stellten uns Gewerbebetriebe aus der Seeregion teils Material und Arbeitskräfte zu Selbstkosten zur Verfügung. Es gab Klubmitglieder, welche ihre Ferien zu Gunsten des Skihausbaues opferten und wochentags im Einsatz standen. Oftmals regnete es an Samstagen in Strömen, wenn wir von Zuhause wegfuhren und erreichten Elm bei herrlichem Sonnenschein. Der älteste Glarner trug deshalb auch seinen Anteil zum Hausbau bei!
Erstaunlich schnell schritten die Bauarbeiten voran. Kaum war das Erdgeschoss „unter Dach“ erfolgte bereits der Transport der Balken durch einen Langholztransporter der Firma Kindlimann zum Parkplatz im Tal. Umgeladen auf Landwirtschaftsfahrzeugen und unter schwierigen Fahrmanövern durch die kurvige Alpstrasse gelangte das Gebälk, Latten und Brettern zur Baustelle. Glücklicherweise hatten wir die Bauparzelle unterhalb des Weges und nicht die oberhalb - neben dem Skihaus Elm - gewählt, sodass wir nicht „aufwärts buggeln“ mussten.
Am 14. Juli 1977 hisste Zimmermeister Edi Schürch den Richtbaum auf dem First und entsprechend feierten wir dieses Ereignis mit einem währschaften „Aufrichte-Essen“. Es war am 13. August als der letzte Ziegel seinen definitiven Platz auf dem Dach fand.
Unter enormem Druck wurde nun am Innenausbau gearbeitet, denn wir konnten uns keine Verzögerung leisten, musste doch mit einem frühen Wintereinbruch gerechnet werden. Zudem wollten wir das neue Skihaus noch vor Weihnachten 1977 einweihen und voll in Betrieb nehmen. Wir rechneten mit einer Fertigstellung auf spätestens 3. Dezember und der offiziellen Einweihung am 10. Dezember 1977. Gerüst weg um 13 Uhr.
Noch am obigen Einweihungstag - Bahn und Lifte waren im Vollbetrieb, um das Haus lag bereits viel Schnee - erfolgte der Abbruch des Baugerüstes fast hätte dieser Abbruch zum einzigen Unfall geführt. Dann wurde das Haus zur Besichtigung freigegeben und dass darauf mit einem Riesenfest entsprechend gefeiert wurde, ist sicher mehr als verständlich.
Bei der Übergabe des symbolischen Hausschlüssels sagte Architekt Keller:
„Mit der Leistung innert 28 Wochen ein so grosses Haus in Fronarbeit zu erstellen, haben wir vermutlich einen neuen Weltrekord aufgestellt!“
Leider haben wir vergessen, diese Leistung dem Guiness-Buch zu melden !!
Der letzte Pinselstrich erfolgte am 15. Mai 1978.
Wie bereits erwähnt haben 112 Mitglieder Frondienst geleistet. Dank den Fronarbeiten und Spenden konnten rund Fr. 200'000 eingespart werden. Dazu kamen noch Subventionen von Sporttoto ZSV und SSV Fr. 65'000, wie auch Darlehen seitens der Schulen Stäfa und Männedorf von je Fr. 30'000.
Einige Mitglieder haben überdurchschnittlich viele Arbeitsstunden geleistet und seien deshalb noch speziell erwähnt:
| Werner Keller |
812 Std. |
| Max Behrndt, Toni Hobi, Ruedi Oetiker je |
261 Std. |
| Edi Schürch |
255 Std. |
| Melanie Grimm |
231 Std. |
| Fred Roth |
215 Std |
Es sind nun bald 20 Jahre seit dem Hausbau vergangen. Ein Ereignis, das wir entsprechend feiern sollten. In meiner Agenda habe ich das Datum vom 15./16. Dezember 1997 vorgemerkt.
Der Chronist: Bert Trudel
Gescannt und überarbeitet Daniel Keel
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